Was ist die beste Cloud Hosting Plattform im Jahr 2017?

DigitalOcean vs. Linode vs. Vultr vs. OVH vs. Scaleway

Team niklas

Geschrieben von Niklas Karoly

05/03/2017 · 12 Minuten

Abgesehen von den drei Großen in der Cloud-Hosting-Welt, AWS, Google Cloud and Azure, gibt es mehrere weitere wichtige Unternehmen die es sich zum Ziel gemacht haben, Cloud-Infrastruktur bereitzustellen und es innerhalb von ein paar Sekunden ermöglichen neue VMs zu erstellen. Dazu zählen DigitalOcean, Linode, Vultr, OVHs Public Cloud und Scaleway, ein Projekt von Online.net.

Im Gegensatz zu den großen Drei, haben diese Unternehmen nicht sehr viele verschiedene Produkte und beschränken sich auf das Wesentliche. Die meisten gingen nur mit Virtuellen Maschinen ins Rennen, viele bieten nun aber auch Block-Storage an, um den Speicher dieser zu erweitern. Neben Block-Storage ist auch Object-Storage relevant, um einfach viele Daten zu speichern. Wir schauen uns an welcher Provider welche Produkte im Portfolio hat und wie diese im Vergleich dastehen.

Zuätzlich gab es in den letzten Wochen noch viele Veränderungen in diesem Gebiet, z. B. hat Linode $5 Pakete sowie Pakete mit hohem Arbeitsspeicher eingeführt und Vultr, die ein $2,50 Paket eingeführt, sowie die Hardware der bisherigen Pakete verbessert haben. Bei diesen zwei Plattformen bekommt man nun also fast die doppelte Leistung für sein Geld. OVH und Scaleway sind sowieso schon bekannt für ihre günstigen Preise. DigitalOcean ist das einzige Unternehmen das seinen Preisen und deren Leistungen seit Beginn an treu geblieben ist.

Die Cloud wird somit immer günstiger und man bekommt mehr Leistung.

Im Folgenden werden wir zuerst einmal alle 5 Provider und deren Leistungen unter die Lupe nehmen.


DigitalOcean Linode Vultr OVH Scaleway
Virtual Machines Ja Ja Ja Ja Ja
mit Local Storage Ja Ja Ja Teilweise [0] Nein
Block Storage Ja Nein Ja Ja Eingeschränkt [1]
Object Storage Nein Nein Nein Ja Eingeschränkt [2]
Regionen [3] 8 8 15 3 2

[0] OVHs SSD VPS' Produktlinie basiert auf Local Storage, während das bei der regulären Public Cloud nicht der Fall ist.
[1] Block Storage bei Scaleway wird nur in max. 150 GB Größen angeboten, mit einer Beschränkung von 10 pro Virtual Machine.
[2] Während Scaleway offiziell zwar Object Storage anbieten, ist es nicht nutzbar da schon seit über einem Jahr keine Kapazität bereit steht.
[3] Mehrere Rechenzentren in der selben Location/Stadt werden nicht gezählt.


Da wir nun wissen welcher Provider welche Produkte im Angebot hat, werden wir einen Blick auf die Preise des Kerngeschäfts, die Virtual Machines, werfen. Da die meisten dieser Provider ein günstiges Einstiegspaket bieten und die Preise nicht linear steigen haben wir uns dazu entschlossen, das 2 GB RAM Angebot für den Vergleich zu nehmen.


DigitalOcean Linode Vultr OVH Scaleway
RAM 2 GB 2 GB 2 GB 2 GB 2 GB
CPU Threads 2 1 1 1 2
Disk (SSD) 40 GB 30 GB 40 GB 10 GB 50 GB
Traffic 3 TB 2 TB 2 TB
Uplink 1-10 Gbps 1 Gbps 1-10 Gbps 100 Mbps 200 Mbps
Preis pro Monat $20 $10 $10 $3,49 $3,20

Was wir hier sehen sind die Daten von den einzelnen Webseiten der Provider. Es macht jedoch keinen Sinn diese einfach 1:1 zu vergleichen, denn die CPU Modelle variieren stark, während Scaleway nur einen Atom verbaut, setzen die anderen auf Dual E5 Systeme. Dazu kommen unterschiedliche Storage-System und somit sind die einfachen Daten und Fakten nicht unbedingt vergleichbar.

Welche CPU wird von Vultr, OVH und co. verwendet?

Alle Provider geben Aufschluss über die Anzahl der Kerne/Threads der einzelnen Pakete, jedoch stellt sich direkt die Frage nach dem exakten Modell. Das Modell ist generell viel wichtiger und interessanter als die einfache Anzahl der Kerne, auf die man Zugriff hat. Wir haben uns die Mühe gemacht und mindestens zwei verschiedene Locations getestet, um so mehrere Daten zu erhalten.


DigitalOcean CPU Modell

Frankfurt, DE Intel(R) Xeon(R) CPU E5-2650L v3 @ 1.80GHz Single Thread Passmark: 1344
New York City Intel(R) Xeon(R) CPU E5-2650L v3 @ 1.80GHz Single Thread Passmark: 1344
San Francisco, CA Intel(R) Xeon(R) CPU E5-2650L v3 @ 1.80GHz Single Thread Passmark: 1344

Linode CPU Modell

Frankfurt, DE Intel(R) Xeon(R) CPU E5-2680 v3 @ 2.50GHz Single Thread Passmark: 1865
Newark, NJ Intel(R) Xeon(R) CPU E5-2680 v3 @ 2.50GHz Single Thread Passmark: 1865
Fremont, CA Intel(R) Xeon(R) CPU E5-2680 v2 @ 2.80GHz Single Thread Passmark: 1758

Vultr CPU Modell

Frankfurt, DE Intel Xeon E5-2620 v3 oder E5-2630 v3/v4 [0] Single Thread Passmark: ~ 1710
Piscataway, NJ Intel Xeon E5-2620 v3 oder E5-2630 v3/v4 [0] Single Thread Passmark: ~ 1710
San Jose, CA Intel Xeon E5-2620 v3 oder E5-2630 v3/v4 [0] Single Thread Passmark: ~ 1710

OVH VPS SSD CPU Modell

Strasbourg, FR Intel Xeon E5-2620 v3 oder E5-2630 v3 [0] Single Thread Passmark: ~ 1710
Beauharnois, Canada Intel Xeon E5-2620 v3 oder E5-2630 v3 [0] Single Thread Passmark: ~ 1710

Scaleway CPU Modell

Paris, FR Intel Atom C2750 @ 2.4 GHz Single Thread Passmark: 579
Haarlem, NL Intel Atom C2750 @ 2.4 GHz Single Thread Passmark: 579

[0] Disclaimer: Es ist nicht sichtbar welche CPU Vultr und OVH einsetzen. OVH gibt jedoch auf deren Webseite an, einen E5v3 mit 2.4 GHz zu nutzen, was der QEMU-Ausgabe entspricht und somit nur ein E5-2620 v3 oder E5-2630 v3 sein kann.


Wie wir sehen können, bietet Scaleway die schlechteste CPU an, zumindest auf dem Papier. DigitalOcean nutzt Dual E5 L Systeme um Stromkosten zu sparen, die CPU sollte trotzdem für die meisten Anwendungsfälle mehr als ausreichend sein. Linode bietet die beste CPU an, während Vultr und OVH sehr gute CPU Modelle anbieten, die besser sind als die CPU von DigitalOcean aber nicht ganz so gut wie die von Linode. Es gilt auch hervorzuheben, dass DigitalOcean, Linode und Scaleway sehr transparent sind, während Vultr versucht alles Hardware technische zu verschleiern. Es ist sogar unklar ob Vultr RAID einsetzt, da sie nichts dazu kommentieren.

CPU Benchmark

Da es schlecht ist sich einfach nur auf Daten zu verlassen, werden wir die CPU testen. Neben einem regulären Sysbench-Benchmark, welcher in der realen Welt nicht wirklich aussagekräftig ist, werden wir noch testen wie die CPUs sich beim Video-Transcoding

Anzumerken ist noch, dass das Host-Systems der einzelnen Provider unterschiedlich voll sein kann, dass heißt, das neue Maschinen eine Menge "Nachbarn" haben können, aber auch, dass es eine der ersten Maschinen auf einem Host-System ist. Falls viele "Nachbarn" vorhanden sind, die auch noch viel Performance in Anspruch nehmen, wird die Performance von den einzelnen Maschinen erheblich schlechter. Das ist der Grund, warum wir auch diesen Benchmark in verschiedenen Locations durchgeführt haben.

3 von 5 der Provider bieten nur einen Thread bei dem 2 GB RAM Paket an, deshalb haben wir den Sysbench-Benchmark einmal mit 1 Thread und dann noch mit 2 Threads für die anderen 2 Provider durchgeführt.

sysbench --test=cpu --cpu-max-prime=20000 --num-threads=1 run

sysbench --test=cpu --cpu-max-prime=20000 --num-threads=2 run


Location 1
DigitalOcean Linode Vultr OVH Scaleway
Single Thread 47.60s 33.86s 31.94s 32.01s 46.26s
Multi Thread 24.93s X X X 23.04s

Location 2
DigitalOcean Linode Vultr OVH Scaleway
Single Thread 38.65s 30.51s 31.21s 35.04s 46.19s
Multi Thread 19.48s X X X 23.21s

Niedriger ist besser, d. H. Vultr hat den Single-Thread-Benchmark gewonnen. Was uns überrascht hat, ist die Tatsache, dass die zwei Atom Kerne von Scaleway schneller waren als die zwei DigitalOcean Threads, aber nur in Location 1. Zum Glück haben wir den Benchmark in zwei Locations durchgeführt ;-). Was wir auch nicht vergessen sollten, ist das DigitalOceans Paket zwei mal so teuer ist wie Linode und Vultr, somit bekommt man dort viel bessere Performance für den Preis. OVHs CPU Performance ist sehr sehr gut wenn man bedenkt, dass man dafür nur $3,50 zahlt!

Als nächstes kommt der angesprochene Video Transcoding Test an die Reihe. Wir werden ein 4K Video in Full HD mit einer konstanten Bitrate transcodieren.

ffmpeg -i download.mp4 -vf scale=1920:1080 -c:v h264 -b:v 5000k -minrate 5000k -maxrate 5000k -c:a aac -strict -2 -y -b:a 128k /opt/video_1080p.mp4


Location 1
DigitalOcean Linode Vultr OVH Scaleway
FPS 5.8 FPS 5.2 FPS 6.6 FPS 6.2 FPS 4.1 FPS

Location 2
DigitalOcean Linode Vultr OVH Scaleway
FPS 8.9 FPS 5.0 FPS 6.3 FPS 4.7 FPS 3.9 FPS

Was wir hier sehen können ist, dass die Scaleway Atom Kerne in einem richtigen Anwendungsfall nicht ganz so schnell sind. Wir sollten auch nicht vergessen, dass DO und Scaleway zwei Kerne/Threads haben, während die Anderen nur einen haben. Wir nehmen an, dass das Host-System in Location 1 sehr voll ist, da Linode, Vultr und OVH dort DOs zwei Threads mit nur Einem besiegt haben!

Fazit: Vultr bietet die beste CPU-Performance, aber für das OVH-Paket zahlt man nur $3,50, im Vergleich zu Vultrs $10 und DigitalOceans $20. Wenn man darüber nachdenkt, dass man 5x das OVH Paket mieten kann und es noch billiger ist als DigitalOceans Paket, ist das ein sehr guter Deal. Linode hat das beste CPU-Modell, was sich in den Tests aber nicht zeigt.

Disk Performance

Da wir nun wissen, wie leistungsfähig die CPUs der einzelnen Provider sind, gehen wir noch einen Schritt weiter und testen die Disk Performance. Es gibt eine Menge Faktoren, die die Disk-Performance beeinflussen, aber wir würden generell annehmen, dass Local Storage schneller und zuverlässiger ist als Storage über das Netzwerk. Alle Provider außer Scaleway bieten Local Storage an.

Wir werden fio nutzen, um die Disk Leistung zu testen. Das simuliert nicht wirklich einen normalen Anwendungsfall, allerdings hat man dadurch einen vergleichbaren Wert, den man sehr gut vergleichen kann, während das bei anderen Tests nicht unbedingt der Fall ist. Wir werden fio mit 8 Jobs starten die jeweils 512 MB utzen, d. h. es werden insgesamt 4 GB getestet, was die doppelte Anzahl des RAMs ist. Dieser Test wird auch wieder in zwei Locations durchgeführt.

fio --name=randwrite --ioengine=libaio --iodepth=16 --rw=randwrite --bs=4k --direct=1 --size=512M --numjobs=8 --runtime=240 --group_reporting

fio --name=randread --ioengine=libaio --iodepth=16 --rw=randread --bs=4k --direct=1 --size=512M --numjobs=8 --runtime=240 --group_reporting


Location 1
DigitalOcean Linode Vultr OVH Scaleway
Write IO 19.10 MB/s 33.97 MB/s 130.47 MB/s 3.97 MB/s 56.16 MB/s
Read IO 222.51 MB/s 159.81 MB/s 233.82 MB/s 4.24 MB/s 135.03 MB/s
Write IOPS 4.774 8.492 32.618 991 14.039
Read IOPS 55.627 39.951 58.455 1.060 33.757

Location 2
DigitalOcean Linode Vultr OVH Scaleway
Write IO 51.33 MB/s 31.25 MB/s 120.16 MB/s 3.96 MB/s 56.12 MB/s
Read IO 666.82 MB/s 114.63 MB/s 238.49 MB/s 4.23 MB/s 235.74 MB/s
Write IOPS 12.958 7.812 30.039 993 14.029
Read IOPS 166.705 28.657 59.612 1.059 58.935

Was uns überrascht hat, ist die sehr schlechte Performance von OVH. Auf der OVH-Webseite heißt es RAID 10 Storage, was uns zur Annahme verleiten lässt, dass OVH die Disk-Performance drosselt. Was wir jedoch nicht sicher sagen können, aber konstant schlechte Performance bei beiden Locations könnte ein Indiz dafür sein.

Scaleway hat bei diesem Benchmark besser als erwartet abgeschnitten, was uns aber aufgefallen ist, ist dass die Performance inkonsistent und ungleichmäßig ist. Falls man mit einer planbare Performance sucht, sollte man evt. von Scaleway Abstand nehmen, allerdings sind die Werte auf dem Papier in Ordnung.

Ansonsten bietet Vultr, auch in diesem Test, wieder sehr gut Performance. Wir sind von der Write-Performance von DigitalOcean und Linode ein wenig enttäuscht, allerdings sollte das für die meisten Aufgaben ausreichen.

Fazit: Vultr gewinnt auch diesen Test. Wir wissen nicht genau, was bei OVH los ist, aber selbst für $3,50 ist die Disk-Performance unterirdisch. DigitalOcean, Linode und Scaleway sind OK, aber man sollte nicht vergessen, dass DO doppelt so teuer ist!

Netzwerk Performance

Wir sind der Meinung, dass es wichtig ist mehr als nur ein paar Zahlen heranzuziehen um ein Netzwerk zu vergleichen. Das Netzwerk ist womöglich der komplexeste Teil und die Netzwerk-Qualität hängt von vielen Faktoren ab. Von der eigentlichen Kapazität, über die Transit-Anbietet, die Peering-Anzahl sowie der Netzwerk-Mix selbst. Natürlich ist auch wichtig mit welcher Bandbreite die einzelnen VMs angebunden sind und das ist wo DigitalOcean, Linode und Vultr in den letzten Wochen viel getan haben. DigitalOCean bietet in neuen Locations (FRA1, SFO2) 10 GbE Anbindung bei jeder VM, Linode bietet nun 1 GbE an und Vultr scheint bei den meisten Locations die Host-Systeme ebenfalls mit 10 GbE angebunden zu haben.

OVH drosselt jede VM bei 100 MbE, aber es gibt kein Traffic-Limit, d. h. man kann den ganzen Tag die vollen 100 MbE nutzen und zahlt nichts dafür. Bei Scaleway sind es sogar 200 MbE ohne Traffic-Limit!

Was wir jedoch bei all diesen Providern vermissen, ist eine Art Transit-Map für jede einzelne Location, bei der man sieht welche Transit-Anbieter genutzt werden. SoftLayer hat hier eine sehr schöne, transparente Übersichts-Tabelle für genau das. Wir würden so etwas für DigitalOcean, Linode und Vultr begrüßen.

Um das Netzwerk zu testen, haben wir uns dazu entschlossen nicht in zwei Locations zu testen, sondern in einer aber dafür das Netz ganz genau unter die Lupe zu nehmen. Für DO, Linode und Vultr haben wir die Frankfurt Location genommmen, da diese am nähesten zu uns ist. Da OVH und Scaleway keine Frankfurt Locations haben, haben wir bei OVH und Scaleway Locations genommen die nicht deren Hauptlocations sind (Straßburg, Haarlem).

Da manche Anbieter 10 GbE Uplinks haben, ist es nicht so einfach Test-Dateien zu finden, deshalb haben wir den Inbound-Speed mit Test-Dateien von Cachefly und 10 Gbps getestet. Was wir zusätzlich noch gemacht haben, ist dass wir zwei Maschinen in der selben Location erstellt haben und das Private Netzwerk sowie das Public Netzwerk zwischen den zwei Maschinen getestet.

Each test was performed 5x within a time frame of 5 minutes. The listed values are the average.

wget -O /dev/null http://cachefly.cachefly.net/100mb.test

wget -O /dev/null http://fra.download.10gbps.io/10000mb.bin ––––– for Scaleway AMS: wget -O /dev/null http://ams.download.10gbps.io/10000mb.bin


Public Test Files
DigitalOcean Linode Vultr OVH Scaleway
Cachefly 191 MB/s 218 MB/s 228 MB/s 12 MB/s 131 MB/s
10Gbps 198 MB/s 334 MB/s 264 MB/s 12 MB/s 182 MB/s

wget -O /dev/null private_ip

wget private_ip

wget -O /dev/null public

wget public

iperf3 -c private_ip -i 1 -t 30

iperf3 -c public_ip -i 1 -t 30


Public & Private Network
DigitalOcean Linode Vultr OVH Scaleway
Private Speed 158 MB/s 142 MB/s 37 MB/s 12 MB/s 70 MB/s
Private Speed on Disk 110 MB/s 118 MB/s 31 MB/s 12 MB/s 71.2 MB/s
Public Speed 144 MB/s 132 MB/s 604 MB/s 12 MB/s 40.2 MB/s
Public Speed on Disk 78.7 MB/s 120 MB/s 254 MB/s 12 MB/s 33.9 MB/s
Iperf 3 Private 187 MB/s 130 MB/s 30 MB/s 12 MB/s 78.6 MB/s
Iperf 3 Public 160 MB/s 122 MB/s 655 MB/s 12 MB/s 26.8 MB/s

Wir sehen, dass egal was wir machen OVH uns immer die 100 Mbps nutzen lässt. Was komisch ist, ist dass das Private Network von Vultr so schlecht ist, das Public Network aber sehr gut, wenn nicht sogar wieder das Beste. Es ist ziemlich cool > 5 Gbps auf einer $10 Vultr-Maschine zu pushen, was wir hier übrigens sehen ist dass die Disk-Performance das Netzwerk drosselt. DigitalOcean und Linode sind solide und bieten eine konstant gute Performance. Scaleway ist unterdurchschnittlich und sehr inkonsistent, wir waren in der Lage 200 MB/s zu nutzen, nach ein paar Sekunden ging es aber immer unter 80 MB/s.

Nun haben wir die Zahlen und Fakten, was wir aber bisher nicht beachtet haben ist, wie die Besucher sich zu den VMs verbinden bzw. auf die Webseite, das Projekt zugreifen. In Deutschland haben die Telekom und UPC (Unitymedia) den größten Marktanteil, das bedeutet, dass die Provider in Frankfurt direkten Zugang (Transit) zu diesen Providern haben sollten. DTAG und UPC sind aber bekannt für ihre horrenden Transit-Kosten und somit sind wir gespannt, wer den Aufpreis bezahlt und wer nicht. Die meisten Deutschen nutzen diese beiden Provider, also ist es wichtig diese Personen so schnell wie möglich zu erreichen.


DigitalOcean Linode Vultr OVH Scaleway
DTAG Transit? Nein Nein Nein Ja Nein
DTAG via NTT Telia NTT Direct Hopus
UPC Transit? Nein Nein Nein Ja Ja
UPC via NTT > ECIX Telia > Cogent NTT > ECIX Direct Direct

Es ist lustig, dass alle Provider in Frankfurt keinen direkten Transit von DTAG und UPC beziehen und sich das Geld sparen. OVH hat einen PoP in Frankfurt und baut derzeit ein Rechenzentrum in Deutschland, somit ist es gut zu sehen, dass OVH einen direkten Uplink zu beiden Providern hat und den Aufpreis bezahlen. Die Netzwerk-Qualität von Scaleway in Paris ist ziemlich gut, aber die AMS-Location ist nicht wirklich gut, da vieles erst über Paris gerouted wird und somit die Latenz generell, unnötigerweise, um 10ms erhöht wird.

Fazit: Wir denken, es ist generell sehr gut zu sehen, dass man für solche Preise eine so gute Netzwerk-Performance bekommt. Wenn man nur mal 3 Jahre zurückdenkt und überlegt, wie viel man damals für einen 10 GbE Uplink zahlen musste und nun erhält man diesen bei einer $5-10 VM! OVH bietet wohl das beste Netzwerk, drosselt aber bei 12 MB/s, im Vergleich zur Konkurrenz ist das ziemlich schlecht. Scaleways Netzwerk ist gut, leider nicht konstant, aber wie bei OVH zahlt man nicht für Traffic. Wenn man eine Menge Bandbreite benötigt wäre Vultr ideal. DigitalOcean und Linode sind sehr solide.

Fazit

Generell ist es faszinierend, was man heute für eine Performance erhält, aber die Performance ist nicht alles. In diesem Blog-Beitrag haben wir nicht über den Support der einzelnen Provider geschrieben, oder mögliche SLAs. Es kommt auf das Projekt an, welcher Anbieter Sinn macht und deshalb werden wir das Fazit unterteilen und ein wenig zu den einzelnen Providern schreiben.


DigitalOcean

DigitalOcean hat ein großartiges Produkt. Schönes Design und Panel, die Plattform ist zuverlässig. Die Performance könnte besser sein, aber ist solide. Der Support ist durchschnittlich, könnte generell besser sein, wir sind aber froh, dass DO Jarland hat, der Support sehr ernst nimmt und im Zweifel immer da ist. Wir sind gespannt wie DiigtalOcean die Zukunft angeht und wie sie handeln werden, nun da Vultr und Linode ihre Pakete umgeschmissen haben.

Für uns stellt sich die Frage, ob DigitalOcean die Preise behält oder ebenfalls ein RAM Upgrade durchführt. Sie könnten einen großen Marktanteil an die Konkurrenz verlieren, aber auf der anderen Seite ist das Verdoppeln des Arbeitsspeichers natürlich für den Profit nicht so optimal... Wir sind gespannt!

Linode

Wir sind uns nicht sicher, was Linode in den letzten 5 Jahren gemacht hat. Linode hat immernoch das sehr alte Control-Panel, es gibt seit Jahren keine neuen Funktionen und wir sollten nicht vergessen, dass Linode unsere Daten mehr als einmal an Hacker verloren hat. Diese ganzen Hacker-Angriffe wurden auch nicht transparent behandelt und mit dem letzten Update hat Linode einfach die API IDs der einzelnen Pakete verändert, was für uns Entwickler ein No-Go ist. Ja, Linode arbeitet an einem neuen Panel, aber es dauert einfach zu lange.

Ein weiterer Punkt ist, dass Linode keine VAT einzieht, was eigentlich laut EU-Gesetz nötig ist. DigitalOcean und Vultr machen das und eigentlich gibt es eine hohe Strafe für Firmen, die es nicht tun. Sollte Linode in Zukunft die Steuern einsammeln, müssten sie eigentlich auch alles aus der Vergangenheit nachzahlen, und das wäre eine Menge Geld.

Es ist gut zu sehen, das es nun ein $5 Paket gibt und generell die Pakete besser geworden sind. Was wir nicht im Detail ansprechen sind die DDoS-Angriffe, da wir denken dass das jeden dieser Provider treffen könnte, allerdings sollte man sich darüber vorher Gedanken machen und nicht wenn es dann wirklich mal eintrifft. Der Linode-Support ist gut, freundlich und hilfsbereit und die Performance ist akzeptabel für den Preis. Werden wir jedoch Linode unsere Infrastruktur anvertrauen?

Vultr

Vultr hat uns positiv überrascht. Wir hatten immer ein negatives Gefühl beim Gedanke an Vultr, da sie nicht wirklich transparent sind und das Control-Panel aus früheren Tagen sehr zu wünschen übrig ließ. Vultr gibt keine Informationen zu Hardware bekannt und es ist auch nicht sicher ob RAID eingesetzt wird, da Vultr solche Dinge generell nicht kommentiert. Ansonsten, wie man sehen kann, hat Vultr sich sehr stark von DigitalOceans Design-Team inspirieren lassen, aber einen eigenen Stil mit reingebracht. Die Performance ist sehr gut und das Panel ist inzwischen geht, aber hat kleinere Schwächen.

Es gibt mehrere Features die nur Vultr anbietet, wie z. B. eine kostenlose BGP-Session. In der Vergangenheit hatten wir nicht immer die beste Erfahrung mit deren Support-Team, aber das kann sich inzwischen geändert haben.

OVH

Falls man keinen Support oder eine SLA benötigt ist OVH eine solide Wahl für den Preis. OVH expandiert sehr schnell und baut gerade drei neue Rechenzentren (von Grund auf) in Deutschland, England und den USA.

In der Vergangenheit gab es jedoch sehr große Probleme mit den normalen Cloud Instanzen (nicht denen die wir in diesem Beitrag getestet haben), da diese auf Ceph basieren und von Zeit zu Zeit nicht nutzbar waren. Manchmal ist es auch nicht sicher, dass die VMs reibungslose erstellt werden. Wir hatten das Problem, dass die VMs sowohl beim starten als auch beim löschen teilweise nichts gemacht haben. Das komplette OVH-System basiert auf OpenStack und scheint als ob OVH größere Probleme hat das Ganze zu managen.

Wenn man jedoch nur über die Local-Storage VMs spricht, ist die CPU-Performance sehr sehr gut, aber die Disk-Performance leider schlecht. Wir würden uns auch über ein Netzwerk-Upgrade auf 1 Gbps freuen, oder zumidnest als Upgrade-Option.

Scaleway

Wir finden die Idee hinter Scaleway super. Scaleway bietet eine "Bare Metal Cloud" an und der Kunde hat somit eine planbare Performance. Leider macht das Storage-System alles zunichte, da es weder planbar noch konstant ist. Auch ist die maximale Anzahl an Speicher pro Block auf 150 GB beschränkt (Warum?), also auch wenn das Paket 200 GB Speicher hat, werden einmal ein 150 GB Block und dann noch ein zweiter 50GB Block erstellt. Seit ein paar Tagen/Wochen bietet Scaleway nun "Workload Intensive Cloud Servers" mit Xeon D Prozessoren an, aus unserer Sicht ist das ein Schritt in die richtige Richtung und wir würden uns hier auch über Pakete freuen die bei 5 EUR / Monat los gehen.

Mit Local Storage wäre Scaleway nochmal ein Stück besser, oder zumindest einem besseren, zuverlässigeren Storage-System. Es ist auch nicht sicher, dass der Speicher im RAID ist, deshalb sollte man auf Datenverlust vorbereitet sein (was man sowieso immer sein sollte). Ein weiterer Punkt wäre, dass das Netzwerk in Haarlem nicht via Paris gerouted werden sollte, da das einfach unnötig die Latenz um 10ms erhöht. Die Object Storage Lösung sollte auch aufgestockt werden, dass man diese endlich nutzen kann.


Wir sind gespannt welche Erfahrungen ihr mit den Providern gemacht habt und würden uns über Kommentare freuen,
auch falls etwas unklar sein sollte.